Autobesitz und Mobilität

„Die Unterschiede in der Autoabhängigkeit zwischen Stadt und Land wachsen“, so lautet das Fazit des Kennisinstituut voor Mobiliteitsbeleid (KiM) nach einer umfassenden Untersuchung (veröffentlicht in einer Broschüre und zwei ausführlichen Hintergrundberichten, siehe Link am Ende dieses Beitrags).

In den Großstädten nimmt die Autonutzung ab, während Menschen außerhalb der Großstädte immer stärker auf das Auto angewiesen sind. Diese Abhängigkeit ist so ausgeprägt, dass jeder dritte Befragte angibt, Autobesitz sei keine freie Entscheidung, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Aufgrund dieser Abhängigkeit gibt es Haushalte, die sich ein Auto kaum leisten können, aber dennoch eines besitzen. Sie sparen an anderen Haushaltsausgaben, um das Fahrzeug finanzieren zu können.

Derzeit gibt es ungefähr ebenso viele Autos wie Haushalte. Allerdings besitzt nicht jeder Haushalt ein Auto. Der größte Teil der Haushalte ohne Auto lässt sich als autolos bezeichnen. Den Trends und Prognosen zufolge wächst der Gesamtbestand, und die Zahl der Autos je Einwohner wird voraussichtlich weiter zunehmen, wenn auch langsamer als in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Untersuchung berücksichtigt auch die gesellschaftlichen Auswirkungen des weitverbreiteten Autobesitzes. Die wichtigsten Erkenntnisse: Mehr Autobesitz führt zu mehr Autonutzung. Die Zunahme der Automobilität fördert das Wachstum des automobilen Systems und führt zudem zu einer räumlichen Streuung.

In den Großstädten verliert das Auto dank zahlreicher Alternativen zum eigenen Fahrzeug, der Parkraumbewirtschaftung und geringerer Reisezeitvorteile an Attraktivität.
Was den städtischen Raum betrifft, können die meisten Niederländer innerhalb von 10 Metern von ihrer Wohnung parken. All diese geparkten Autos haben jedoch auch Nachteile: Da sie die Sicht behindern, ereignen sich auf Straßen mit Längsparkständen doppelt so viele Unfälle mit Radfahrern wie auf Straßen ohne solche Parkstände. Jeder fünfte Unfall mit Radfahrern oder Fußgängern steht im Zusammenhang mit geparkten Fahrzeugen.

Die Branche steht vor zahlreichen Herausforderungen bei Mobilität und Nachhaltigkeit. Erkenntnisse und Untersuchungen wie die des KiM leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Quelle: K.i.M

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