Aktuelle Stellplatzkennwerte bei der Gebietsentwicklung verwenden

Am 23. Juli veröffentlichte CROW eine klare Botschaft: Damit das Parken bei Gebietsentwicklungen nicht zu Problemen führt, sollten Gemeinden und Entwickler die aktuellsten Stellplatzkennwerte verwenden. Die Veröffentlichung erschien mitten in der Ferienzeit und erhielt daher möglicherweise weniger Aufmerksamkeit. Da wir die Problematik aus unseren Projekten gut kennen und die Botschaft für sehr wichtig halten, wiederholen wir diesen Aufruf nun ausdrücklich, da alle wieder bei der Arbeit sind.
Warum das so wichtig ist
Viele Gemeinden arbeiten noch mit veralteten Stellplatzrichtwerten auf Grundlage der CROW-Kennwerte von 2018 oder sogar 2012, statt die aktuellen Zahlen von 2024 zu verwenden. Dies führt in der Praxis zu Spannungen bei der integrierten Abwägung zwischen Parken, Bezahlbarkeit, Klimaanpassung und Wohnqualität.
Orientierung für Politik und Entwicklung
Gemeinden greifen häufig auf Standardrichtwerte zurück und vermeiden individuelle Lösungen. Die Handreichung Stellplatzrichtwerte und nachhaltige Gebietsentwicklung bietet konkrete Ansätze, um die Parkraumpolitik entlang des gesamten Planungs- und Entwicklungsprozesses anzupassen.
Passende Stellplatzrichtwerte sind dabei unverzichtbar. In der Gebietsentwicklung gilt Parken regelmäßig als Hindernis für Wohnungsbau, Lebensqualität und Nachhaltigkeit. Hohe Stellplatzanforderungen verursachen schließlich hohe Kosten und großen Flächenbedarf, unmittelbar zulasten anderer politischer Ziele. Mit aktuellen Zahlen lässt sich dies besser vermeiden, und Projekte werden machbar, bezahlbar und zukunftsfähig.
Wie erleben wir das in der Praxis?
Die von CROW beschriebene Problematik begegnet uns häufig in unseren Projekten. Veraltete Stellplatzrichtwerte führen oft zu einem Überangebot an Stellplätzen: teuer, flächenintensiv und zulasten anderer Qualitäten wie Grün, Bezahlbarkeit oder Lebensraum. Aktuelle Daten und individuelle Lösungen schaffen hingegen Spielraum, um Fahrradnutzung und geteilte Mobilität zu fördern. So wird Parken zu einem Beitrag zur nachhaltigen Gebietsentwicklung statt zu einem Hindernis.
Parken als Engpass
„Parken ist häufig der erste Engpass, an dem ein Projekt scheitert“, sagt ein in der Handreichung zitierter Projektleiter. Das entspricht auch unserer Erfahrung. Zu hohe Stellplatzanforderungen in einer frühen Phase belasten den Business Case, verzögern den Prozess und können zu Widerspruchsverfahren führen. Wer von Beginn an mit aktuellen Daten arbeitet, vermeidet diese Engpässe und erhält sich Flexibilität.
Vier Schritte nach CROW
Die Handreichung beschreibt vier übergeordnete Schritte, denen Gemeinden und Entwickler folgen können:
- Vision und Ziele:
Realistische räumliche Ziele und Anwendung der STOMP-Prinzipien als Grundlage für individuelle Lösungen und Reduktionen. - Gesetze und Vorschriften:
Übertragung in planerische Rahmenbedingungen für Gebietseinteilung, Stellplatzrichtwerte, individuelle Regelungen, Gehentfernungen, Ablösemöglichkeiten und die Absicherung von Vereinbarungen. - Gebiets- und Projektentwicklung:
Vom Masterplan bis zu den Bauplänen wird der Stellplatzbedarf gegen die Gesamtaufgaben abgewogen. Die Anwendung beugt Diskussionen und Widersprüchen vor. - Monitoring und Anpassung: Nach der Übergabe an Verwaltung und Betrieb besondere Aufmerksamkeit für Kommunikation, Steuerungsmaßnahmen und Evaluation.
Breite Bestandsaufnahme
Die Handreichung Stellplatzrichtwerte und nachhaltige Gebietsentwicklung entstand mit Beiträgen von mehr als 50 Fachleuten aus Gemeinden, Provinzen, Wohnungsbaugesellschaften, Projektentwicklungsunternehmen und Beratungsbüros.
Möchten Sie wissen, was diese Erkenntnisse für die Mobilitäts- und Parkraumaufgaben Ihrer Gemeinde oder Ihres Vorhabens bedeuten? Kontaktieren Sie uns gerne für eine Erläuterung.
Publikation herunterladen
Die vollständige Handreichung ist auf der Website von CROW verfügbar: Stellplatzrichtwerte und nachhaltige Gebietsentwicklung.
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